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Bandung
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Bilder vom Leuwigajah dumpsite Desaster

Die Deponie Leuwigajah liegt in der Nähe von Bandung, der Hauptstadt der indonesischen Provinz West Java, rund 180 km südöstlich von Jakarta. 4500 t Abfall aus dem Großraum Bandung werden täglich auf der Kippe entsorgt. Die Anlage wurde in einem schmalen Tal mit hohen, steilen Flanken errichtet. Es handelt sich um einen hydrogeologisch günstigen Standort, der unterliegende Fels ist von einer 1 m starken Tonschicht überdeckt. Der Niederschlag ist tropisch hoch mit 1500-2000 mm/Jahr. Die Verfüllung fand auf technisch niedrigem Niveau statt. Vor Kopf wurde der Abfall über eine Schüttkante ins Tal geschüttet.
Nach einem dreitägigen Starkregen kam es am 21. Februar 2005 gegen 2 Uhr morgens zu einem Standsicherheitsversagen. Rund 2.7 mio. m3 Abfall rutschten zu Tal und verschütteten eine Fläche von 900 x 250 m. In zwei Ortschaften starben 147 Menschen. Die Satellitenaufnahme, die vom Institut Teknologi Bandung ausgewertet wurde,  zeigt die Unglücksstelle, die gelbe Linie kennzeichnet den ursprünglichen Deponierand.Von dem bis zu 70 m hohen Deponiekörper blieb nur eine geschwungene Bruchmuschel stehen.
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Abbildung 1: Satellitenaufnahme - Leuwigajah dumpsite
 
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Abbildung 2: Blick von der Böschungskante ins verschüttete Tal
 
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Abbildung 3: Blick aus dem Tal
 
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Abbildung 4: Verwüstetes Tal
 
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Abbildung 5: Böschungskante
 
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Die forensische Untersuchung brachte einige interessante Ergebnisse: Die Standsicherheit wurde vor allem durch zwei Faktoren geschwächt: In die Kontaktfläche zwischen Tondichtung und Abfall eindringendes Grund- und Oberflächenwasser sorgte für einen Porenwasserdruck, außerdem war durch Schwelbrände in weiten Zonen im oberen Abschnitt des Abfallkörpers Plastik und Papier verbrannt, die sonst wie eine Bewehrung wirken.
In den forensischen Berechnungen wurden für diese Zonen nur Reibung angesetzt, Faserkohäsion und Kohäsion zu Null gesetzt. Damit ergibt sich der in Abbildung 7 dargestellt ungünstigste Schnitt, der der vorgefundenen Bruchgeometrie entspricht.

Abbildung 6: Verbrannte Ablagerungsbereiche


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Abbildung 7: Standsicherheitsberechnungen - ungünstigster Schnitt, Bruchzustand

Das Ergebnis bestätigt erstmals, was die fortschrittlichen Berechnungen seit längerem gezeigt haben. Falls der Abfallkörper eine hohe innere Festgkeit aufweist, wird das Rutschen des Gesamtkörpers zum ungünstigsten Lastfall.

Literatur:
Kölsch (2005): Nachträgliche Standsicherheitsuntersuchung – Bandung und Ihlenberg. In: Witt, Katzenbach (Hrsg.): 2. Symposium Umweltgeotechnik, Freiberg. Download.

Dr. Kölsch GmbH | office@dr-koelsch.de | mobil: +49 179 324 3108

 

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